Karczówka

 

Karczówka ist eine Anhöhe in den Świętokrzyski Bergen, im Höhenzug Kadzielnia, gelegen in Kielce, südwestlich vom Stadtzentrum. Auf dem Gipfel des Berges steht die St.-Borromäus-Kirche sowie das Kloster, das einst den Bernhardinern gehörte. Heute sind hier zu Hause die Pallottiner. Der Stifter war der Krakauer Bischof Marcin Szysykowski. Der Klosterkomplex wurde in den Jahren 1624 -1631 im Spätrenaissance-Frühbarock-Stil errichtet als Votum dafür, dass Kielce von der Seuche 1622 verschont wurde. Anfangs des 18. Jahrhunderts wurde das Kloster umgebaut. Auf der östlichen Seite wurde der wirtschaftliche Teil gebaut, der von der Mauer und den Basteien samt dem mitten gelegenen Tor umgeben ist. Von der Architektur her ist das Kloster dem von Bielany, dem von Tyniec oder dem den Bernhardinern gehörenden Kloster in Kalwaria Zebrzydowska ähnlich. Am Turm wurde die St.-Barbara-Kapelle angelegt, und darin ein Rokokostandbild der Heiligen, angefertigt aus gediegenem Bleierz – Bleiglanz. Im Hauptaltar, angefertigt aus dem Stein von Bolechowice, das Bild des Heiligen Karl Borromäus. Dem Hauptschiff, von der südlichen Seite her, liegt die St.-Antonius-Kapelle an, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederaufgebaut wurde. Auf der rechten Seite befindet sich der St.-Franziskus-von-Asissi-Altar, /Schutzpatron der Ökologen/. Als Bekrönung dieses Altars ist der außergewöhnliche St.-Bernhard-von-Clairvuax-Altar, der den aus der Gottesmutter Brust saugenden Heiligen darstellt. Auf der linken Seite ist der Altar mit dem Bildnis der Gottesmutter der Unbefleckten Empfängnis zu sehen. Zum Klosterausbau hat auch der Krakauer Bischof Jan Albert, der Prinz von Polen, Sohn des Siegmunds III., beigetragen. In der Zeit des Krieges mit Schweden, „der Schwedischen Sintflut“ genannt, wurde das Kloster vollkommen ausgeplündert. Die Informationen zum Überfall liegen auf dem Grund einer goldenen Dose, die aus den Voten der Schenker gestiftet wurde und deren Abstammung auf den 18.Mai 1656 datiert ist. In den Jahren 1720 -1730 wurde das Kloster weiterhin ausgebaut, zu damaliger Zeit wurden die Helme auf dem Hauptturm und auf dem Kirchenglöcklein wiederaufgebaut, deren Entwurf Kacper Bażanka zuzuschreiben ist. In der Zeit der Teilungen war Karczówka ein Ort von Aufständen, und die Mönche wurden vielmals unterdrückt. Es ist zu erwähnen, dass gerade der Ort zum Sammelpunkt der Aufständischen in der Nacht vom 22. zum 23. Januar 1863 bestimmt wurde. 1864 wurde der Bernhardinerorden (Aufhebung des Ordens) durch zaristischen Behörden gelöst. 1911 wurde der Klosterkomplex zum Eigentum einer Wohltätigkeitsgesellschaft, Zweigniederlassung Kielce, für den Betrag von 300,- Rubel in Gold und es wurden hier eine Volksschule und ein Kinderhort eingerichtet. Karczówka ist nicht nur ein Besinnungs- und Gebetort, es bietet auch einen herrlichen Überblick über die ganze Gegend. Es hat eine große Rolle im Schaffen von vielen Künstlern, unter anderem von Stefan Żeromski, gespielt. Man darf nicht vergessen, dass die ersten Gefechte der Legionen von Piłsudski direkt am Fuße der Karczówka-Anhöhe stattfanden. Im Jahre 1918 wurde das Kloster zum Eigentum der Herz-Jesu-Schwestern „Sercanki“. Die Schwestern richteten hier die St.-Joseph-Druckerei ein. Bemerkenswert ist, dass auf der benachbarten Anhöhe Brusznia im Mai 1940, organisiert von Jan Zawadzki, Spitzname „Arcy“, ein Treffen vom Kielcer Stamm „Szare Szeregi“ stattfand. Auch in den umliegenden Wäldern fanden die Partisanen von den Landesarmeetruppen (AK) Schutz. In den wirtschaftlichen Gebäuden hatten sie ihr Waffenlager. Im Mai 1944 wurden hier als Vergeltungsaktion für die Tötung von einem Deutschen 10 Männer hingerichtet, die aus Kielce hierher gebracht wurden. Eigentümer und Seelsorger des Ortes sind seit 1957 die Priester Pallottiner.

Nördlich vom Kloster steht ein Denkmal – ein Sammelgrab der Januaraufständischen.

 

Die wichtigen Daten:

1628 – Ad Maiorem Die Gloriam – „Zu größerem Gottesruhm“ hat diesen Tempel der Priester Marcin Szyszkowski, der Krakauer Bischof, bauen lassen.

Die St.-Borromäus-Kirche wurde auf der Anhöhe, genannt Karczówka, (341 ü. d. M.), erbaut, als Dankbarkeitsvotum für die Schonung von Kielce und der Umgebung vor der Verheerung der damals über das ganze Land grassierenden Pestseuche. Kielce zählte damals ungefähr 1500 Einwohner.

1631 Der Bischof – der Stifter Szyszkowski übereignet den Tempel dem Bernhardinerorden, für den er das Kloster bauen lässt, das auch als Ort für Exerzitien für die Ordens- und Diözesegeistlichen diente.

1655 Die Schwedische Sintflut umfasste auch die St.-Karl-Borromäus-Anhöhe samt ihren Einwohner – den Mönchen.

Das Kloster wurde vollkommen ausgeplündert.

1787 Die Mönche und die Einwohner von Kielce empfangen auf dem Karczówka-Berg den König Stanislaus August Poniatowski. Der König nahm an der heiligen Messe teil und besichtigte das Kloster.

1864 Die Vertreibung von der zaristischen Regierung der Mönche für deren Beteiligung am Januaraufstand. Das Kloster wurde auch geschlossen. Der Wächter von Karczówka war bis 1914 Pater Kolombin Tomaszewski.

1901 Dank Opferwilligkeit der Menschen guten Willens wurde eine gründliche Renovierung durchgeführt, die St.-Antonius-Kapelle und die St. Barbara-Kapelle errichtet, der Fliesenboden wurde um ein halbes Meter tiefer gelegt.

1908 Die zaristische Regierung übergibt die Klostergebäude einer Wohltätigkeitgesellschaft.

1918 Die Wohltätigkeitsgesellschaft übergibt das Kloster den Schwestern Dienrinnen vom Herzen Jesu, die darin die unerlässlichen Renovationen durchführen lassen, dann einen Kindergarten und eine Volksschule aufmachen. 1922 wird auch von ihnen die St.-Joseph-Druckerei in Gang gesetzt.

1957 Das Kloster wurde der Vereinigung des Katholischen Apostolates (SAC) übergeben – den Priestern und den Brüdern Pallottiner, die hier die Seelsorge bis heute erfüllen.

2007 Das 50jähriges Jubiläum der seelsorgischen Arbeit der Pallottiner

2010 Beginn der Arbeit an der Modernisierung des Klosters. Das Projekt „ Das Pallottiner- Zentrum von Dialog, Erziehung und Förderung – Karczówka“, mitfinanziert von den EU -Mitteln aus dem Fond für Regionale Entwicklung im Rahmen vom Operationsprogramm der Świętokrzyski Woiwodschaft für die Jahre 2007 -2013.